Karl und Hans Winckelmann stammen von der Ostseeinsel Dagö, die Ende des 19. Jahrhunderts zum Russischen Reich und heute zu Estland gehört. 1908 zieht die Familie nach Ratzeburg, Schleswig-Holstein. Beide Brüder sind unzertrennlich und treten beide zusammen in die Armee ein. Karl, Musketier im preußischen Reserve-Infanterie Regiment Nr. 90, erkrankt während der Schlacht von Verdun und stirbt am 21. Mai 1916 im Feldlazarett in Romagne-sous-Montfaucon. Er ist 20 Jahre alt. Der 1895 geborene Schneidergeselle wird hier bestattet. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Hans fällt am 21. August 1917 nördlich von Verdun bei Haumont. Seine Gebeine bleiben aber vermisst - bis 2014.
Im März 2014 entdecken die Franzosen Pierre Lénhard und Vincent Picquet bei Waldarbeiten zunächst nur einen deutschen Stahlhelm, dann aber die sterblichen Überreste eines Gefallenen. Der Bürgermeister von Haumont dokumentiert den
Fund und die Ausbettung mit der Kamera. Bei der Grabung finden die Franzosen einige Minuten später ein Bajonett und auch die noch gut lesbare Erkennungsmarke. Auf den Marken stehen Name, Geburtsdatum und die Einheit. Sie werden im Falle des Todes des Soldaten zerbrochen. Der eine Teil kommt zur Einheit, der andere Teil bleibt beim Toten.
Der Tote ist der deutsche Musketier Hans Winckelmann. Er ist am 21. August 1917 nördlich von Verdun bei Haumont gefallen und nur 19 Jahre alt geworden.
2016 findet Hans Winckelmann im Grab auf der deutschen Kriegsgräberstätte Romagne-sous-Montfaucon neben seinem Bruder Karl die letzte Ruhe. Beide Brüder sind nach 100 Jahren wieder vereint. Ein Jahrhundert später kann Hans Winckelmanns Familie aber leider nicht mehr ermittelt werden. Es existieren auch keine Fotos der Beiden.

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